Fürst Pückler – Ich bin ein Kind der Phantasie
Oper in zwei Akten
Libretto von Bernd Matzkowski, Enjott Schneider und Michael Walter
Ausgabe: Aufführungsmaterial
Produktdetails
Beschreibung
PÜCKLER – SCHRILLER UND STILLER GEHT’S NICHT!“Pückler – Ich bin ein Kind der Phantasie“ soll eine richtiggehend "umwerfende“ Oper werden, die einer kolossalen und in ihren Facetten fast unglaublichen Figur gerecht werden will. Deshalb ist die Arbeit in allen Phasen so spannend wie anstrengend: Das Libretto zusammenzustellen war aufregend wie ein Krimi. Sich die Biographie als Puzzle zusammenzusetzen, seine Bücher (teils nur antiquarisch zu erwerben) und Briefe zu lesen, sich vor Ort von seinen Parkanlagen beeindrucken zu lassen. Grundsatz war: wie in einem perfekt recherchierten Drehbuch zu einem Doku-Film sollten die Handlung, Personen, Schauplätze original sein, sollte das gesprochene Wort möglichst "O-Ton“ sein (aus originalen Pückler-Texten). Bernd Matzkowski und Michael Walter als Co-Autoren des Librettos sollten dann auf der Grundlage meiner Textsammlung poetisch-groteske Singtexte schreiben, wenn für größere Musiknummern der „O-Ton“ nicht reichte und die Szene eine phantasievolle Verdichtung dieses farbenfrohen Lebens verlangte.
Wie klingt ein "Pückler“ musikalisch? Sehr kontrastreich. Zunächst temporeich, mit viel rhythmisierten Geräuschen und einer wild-absurden Mischung von Operettenhaft-Banalem und schrill-Avantgardistischem. Dann sehr emotional, abgeklärt und transzendent. Nach dem Besuch im Branitzer Park war Bernd Matzkowski und mir nämlich klar, dass in Analogie zu Pücklers Aufteilung in einen Garten des Lebens ("Arkadien“) und einen Garten des Todes (“Elysium“) unsere Oper zwei kontrastierende Teile haben sollte: Im ersten Teil ist das pralle Leben zu hören, große Ensemblenummern und tänzerische Rhythmen dominieren, vom Walzer, Schnellpolka "Tritsch Tratsch“ (für den Zeitungsklatsch der Leute), Karussellmusik, sorbischer Tanz für das Lausitzer Kolorit…natürlich alles in einer zeitlosen und modernen Stilisierung. Im zweiten Teil erlebt man – nach einer nochmaligen Steigerung des Vitalen durch orientalischen Zauber (Pückler war ja lange Jahre als schriller Paradiesvogel mit eigenem Harem(!) auch in Afrika und Arabien) – dann den Rückfall in Nachdenklichkeit und Einsamkeit des Abschieds. Seine Freunde und Frauen sterben, er sinniert über menschliche Existenz im Grundsätzlichen. Stille.
Genau hier wird aus dem Grotesken, Absurden, Prometheisch-Lebensbejahenden des Beginns eine wirklich 'große Oper’: zum Licht gehört der Schatten, der Lebensbejahung gehört der bewusste Umgang mit dem Tod. Diesen hat Pückler vorbereitet und inszeniert wie kaum ein anderer… mit eigenem Grabhügel, einer symbolträchtigen Parklandschaft dazu, einer mentalen Vorbereitung in vielen Gesprächen, Briefen und einem bemerkenswerten Testament. Dieses Testament führt dazu, dass die Oper trotz alle Stille und Tiefgang, in die sie mündete, mit einem grotesken Knaller aufhören kann: sein Testament verlangte die chemische Auflösung des Leichnams, sein Herz wurde spezialbehandelt… und dann alles in einem seltsamen Leichenzug (mit militärischem Pomp, mit Mohren und Zwergen) in den Grabhügel eingefahren.
"Pückler“ ist nicht nur für den Komponisten harte Arbeit (ein Jahr lang sich den Kopf zermatern, Hunderte von Partitur- und Klavierauszugseiten zu schreiben) sondern wird auch den Dirigenten Eckehart Stier, den Regisseur Aron Stiehl und sein Team, die Solisten (Pückler, seine Frauen, seine schwarze Sklavin Machbuba, Goethe, die Ärzte), den gewichtigen Chor (die klatschende Öffentlichkeit und die Parkarbeiter darstellend) und das große Orchester sehr beschäftigen…. Ich kann aber schon verraten, dass diese Knochenarbeit Spaß macht, weil von "Pückler“ nicht nur solch ein feuerwerksartiger Farbenreichtum ausgeht, der alle fasziniert, sondern weil man bei der Arbeit auch mit existentiellsten Fragen nach dem Sinn menschlichen Lebens konfrontiert wird… und jeder einen ganz persönlichen Gewinn für sich selbst haben wird. Enjott Schneider
Abbildung rechts: Plakat der Uraufführung am Theater Görlitz
Orchesterbesetzung
2 (2. auch Picc.) · 2 (2. auch Engl. Hr.) · 2 (2. auch Bassklar.) · 2 (2. auch Kfg.) - 4 · 0 · 3 · 1 - S. (Glsp. · Crot. · Xyl · Trgl. · Schellenbaum · Metal Chimes · 4 hg. Beck. · Tamt. · 3 gr. Klangschalen · Schellentr. · kl. Tr. · gr. Tr. · Clav. · Tempelbl. · Woodbl. · Sandpapierbl. · 2 Wassergläser · Flex. · Peitsche) (2 Spieler) - Hfe. · Klav. - Str. (12 · 10 · 8 · 6 · 4)
Personenbesetzung
Fürst Pückler · Heldenbariton - Hermine, die Kindfrau · lyrischer Sopran - Lucie, die Mütterliche · dramatischer Sopran - Adelheid, die Intellektuelle · Mezzosopran - Machbuba · lyrischer Sopran - Goethe / Oberst Caron / Mehemed Ali / Hausarzt Dr. Liersch / amtlicher Ausrufer 1 · Tenor - 1. Diener / 1. Landarbeiter / 1. Sklave / Geheimrat Brenzlow / Dr. Richter / amtlicher Ausrufer 2 · Tenor - 2. Diener / 2. Landarbeiter / 2. Sklave / Dr. Malin · Bariton - Küster / 3. Diener / 3. Landarbeiter / Oberst Kurssel / Dr. Freund / Dr. Rabenhorst · Bass - Notar · Sprechrolle - Henker · pantomimische Rolle - Mohr Joladour · pantomimische Rolle - Billy Masser · pantomimische Rolle - Gäste, Landarbeiter, Dorffrauen, Sklavinnen, Sklaven, ägyptische Schiffsbesatzung, arabischer Hofstaat, Bedienstete des Schlosses, Bürger von Muskau, Branitzer Volk, Bauern, Cottbusser Schanzarbeiter · Chor - Ballett ad lib.
Weitere Informationen
Titel:
Fürst Pückler – Ich bin ein Kind der Phantasie
Oper in zwei Akten
Libretto von Bernd Matzkowski, Enjott Schneider und Michael Walter
Sprache:
Deutsch
Ausgabe:
Aufführungsmaterial
Verlag/Label:
Schott Music
Kompositionsjahr:
2005
Spieldauer:
145 ′0 ′′
Uraufführung:
29. April 2006 · Görlitz (D)
Theater
Musikalische Leitung: Milos Krejcí
Inszenierung: Aron Stiehl · Kostüme: Karen Hilde Fries · Bühnenbild: Karen Hilde Fries
(szenisch)
Theater
Musikalische Leitung: Milos Krejcí
Inszenierung: Aron Stiehl · Kostüme: Karen Hilde Fries · Bühnenbild: Karen Hilde Fries
(szenisch)
Auftragswerk:
Kompositionsauftrag des Musiktheaters Oberlausitz/Niederschlesien in Görlitz
Schlagworte:
Technische Details
Medienart:
Leih-/Aufführungsmaterial
Bestellnummer:
LS 5065-01
Hersteller:
Medieninhalte
Video:
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Aufführungen
Fürst Pückler – Ich bin ein Kind der Phantasie
Musikalische Leitung: Milos Krejcí
9. Juni 2007 |
Görlitz (Deutschland) , Theater (szenische Aufführung)
19.30 Uhr
Fürst Pückler – Ich bin ein Kind der Phantasie
Musikalische Leitung: Milos Krejcí
3. Juni 2007 |
Görlitz (Deutschland) , Theater — Wiederaufnahme
15.00 Uhr
Fürst Pückler – Ich bin ein Kind der Phantasie
Musikalische Leitung: Milos Krejcí
4. Juni 2006 |
Görlitz (Deutschland) , Theater
19.00 Uhr
Fürst Pückler – Ich bin ein Kind der Phantasie
Musikalische Leitung: Milos Krejcí
24. Mai 2006 |
Görlitz (Deutschland) , Theater
15.00 Uhr
Fürst Pückler – Ich bin ein Kind der Phantasie
Musikalische Leitung: Milos Krejcí
21. Mai 2006 |
Görlitz (Deutschland) , Theater
15.00 Uhr
Fürst Pückler – Ich bin ein Kind der Phantasie
Musikalische Leitung: Milos Krejcí
19. Mai 2006 |
Görlitz (Deutschland) , Theater
19.30 Uhr
Fürst Pückler – Ich bin ein Kind der Phantasie
Musikalische Leitung: Milos Krejcí
6. Mai 2006 |
Görlitz (Deutschland) , Theater
19.30 Uhr
Fürst Pückler – Ich bin ein Kind der Phantasie
Musikalische Leitung: Milos Krejcí
29. April 2006 |
Görlitz (Deutschland) , Theater — Uraufführung
19.30 Uhr
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