Das Vokaltuch der Kammersängerin Rosa Silber
Exercise mit Strawinsky über ein Bild von Paul Klee
Ballettmusik / Handlungsloses Ballett
Orchester
Paul Klee hatte als eifriger Opernbesucher in München die Sopranistin Rosa Silber erlebt und sie in mehreren Bildern verewigt. Der Titel Das Vokaltuch der Kammersängerin Rosa Silber (1922) ist wörtlich zu nehmen: Auf der groben, an den Rändern zerfransten Leinwand sind die Initialen der Sängerin sowie die fünf Vokale abgebildet.
Die zarte Farbigkeit des Bildes regte Henze zu einem heiteren Ballett mit Variationen über das französische Kinderlied C’est le mai, c’est le mai an: „Wie bei Klee splittern sich immer mehr Partikel und Varianten ab, Quadrate ungleicher Ausmaße und mit zärtlichen blauen Tupfern verschiedenster Dichte, kleine Felder von Abweichungen, die ein Gefühl für Nähe oder Ferne entstehen lassen, Wärme oder Kälte, Auflösung oder Haltepunkte.“ (Hans Werner Henze)
Ausgabe: Aufführungsmaterial
Produktdetails
Beschreibung
Den eigenartig klingenden Titel dieses 1950 im Auftrag des RIAS Berlin geschriebenen und Boris Blacher gewidmeten Werks hat Henze nicht selbst erfunden, sondern von einem Gemälde Paul Klees (1879-1940) übernommen. Klee, in seinen Münchener Jahren vor dem 1. Weltkrieg ein begeisterter Opernliebhaber, hatte an der Münchener Oper häufig die Sängerin Rosa Silber gehört und verehrte sie so sehr, dass er ihr in zwei seiner Werke ein malerisches Denkmal setzte: in „Fiordiligi“ und in „Vokaltuch der Kammersängerin Rosa Silber“. Der Begriff „Vokaltuch“ ist wörtlich zu nehmen: Paul Klee hatte auf einer scheinbar flüchtig grundierten Leinwand die Initialen „R. S.“ zusammen mit den fünf Vokalen „a“, „o“, „u“, „i“ und „e“ in Kleinbuchstaben angeordnet und damit eine Art Hörbild geschaffen.
"Die Beziehung zu Klees Gouache: Mein Stück besteht aus einer Anzahl von Variationen über das (immer deutlich erkennbar bleibende) französische Kinderlied « C’est le mai, c’est le mai, c’est le joli moi de mai », dessen Noten für die zentral in die obere Hälfte des Tuchs eingelassenen Initialen R.S. stehen. Wie bei Klee splittern sich immer mehr Partikel und Varianten ab, Quadrate ungleicher Ausmaße und mit zärtlichen blauen Tupfern verschiedenster Dichte, kleine Felder von Abweichungen, die ein Gefühl für Nähe oder Ferne entstehen lassen, Wärme oder Kälte, Auflösung oder Haltepunkte. Nach längerem Hinsehen gerät man in einen Zaubergarten, einen frühlingshaften Park – zarteste Stimmungen kommen auf, und alles ist leicht und heiter. Die Musik versucht, das Ganze auf ihre Weise klanglich, gedanklich und atmosphärisch zu spiegeln."
"Die Beziehung zu Klees Gouache: Mein Stück besteht aus einer Anzahl von Variationen über das (immer deutlich erkennbar bleibende) französische Kinderlied « C’est le mai, c’est le mai, c’est le joli moi de mai », dessen Noten für die zentral in die obere Hälfte des Tuchs eingelassenen Initialen R.S. stehen. Wie bei Klee splittern sich immer mehr Partikel und Varianten ab, Quadrate ungleicher Ausmaße und mit zärtlichen blauen Tupfern verschiedenster Dichte, kleine Felder von Abweichungen, die ein Gefühl für Nähe oder Ferne entstehen lassen, Wärme oder Kälte, Auflösung oder Haltepunkte. Nach längerem Hinsehen gerät man in einen Zaubergarten, einen frühlingshaften Park – zarteste Stimmungen kommen auf, und alles ist leicht und heiter. Die Musik versucht, das Ganze auf ihre Weise klanglich, gedanklich und atmosphärisch zu spiegeln."
Orchesterbesetzung
Picc. · 1 · 1 · Engl. Hr. · 1 · Bassklar. · 2 - 2 · 2 · 2 · 1 - P. S. (kl. hg. Beck. · Beckenpaar · Tamb.) (1 Spieler) - Str.
Inhalt
I Introduction
II Pas d'action
III Deux variations
IV Intermède
V Pas de deux
VI Conclusion
II Pas d'action
III Deux variations
IV Intermède
V Pas de deux
VI Conclusion
Weitere Informationen
Titel:
Das Vokaltuch der Kammersängerin Rosa Silber
Exercise mit Strawinsky über ein Bild von Paul Klee
Ballettmusik / Handlungsloses Ballett
Ausgabe:
Aufführungsmaterial
Verlag/Label:
Schott Music
Kompositionsjahr:
1950 (1990)
Spieldauer:
18 ′0 ′′
Uraufführung:
8. Mai 1951 · Berlin (D)
Titania-Palast
Musikalische Leitung: Ferenc Fricsay · RIAS-Symphonie-Orchester
(konzertant) (konzertante Uraufführung)
15. Oktober 1958 · Köln (D)
Städtische Bühnen
Musikalische Leitung: Siegfried Köhler
Kostüme: Ottowerner Meyer · Bühnenbild: Walter Gondolf · Choreographie: Lisa Kretschmar
(szenisch) (szenische Uraufführung)
14. Januar 1991 · London (UK)
Barbican Hall
BBC Henze Festival 1991
Musikalische Leitung: Hans Werner Henze · Parnassus Ensemble
(konzertant)
Uraufführung (Revision) (konzertante Uraufführung der revidierten Fassung)
Titania-Palast
Musikalische Leitung: Ferenc Fricsay · RIAS-Symphonie-Orchester
(konzertant) (konzertante Uraufführung)
15. Oktober 1958 · Köln (D)
Städtische Bühnen
Musikalische Leitung: Siegfried Köhler
Kostüme: Ottowerner Meyer · Bühnenbild: Walter Gondolf · Choreographie: Lisa Kretschmar
(szenisch) (szenische Uraufführung)
14. Januar 1991 · London (UK)
Barbican Hall
BBC Henze Festival 1991
Musikalische Leitung: Hans Werner Henze · Parnassus Ensemble
(konzertant)
Uraufführung (Revision) (konzertante Uraufführung der revidierten Fassung)
Technische Details
Medienart:
Leih-/Aufführungsmaterial
Bestellnummer:
LS 2070-02
Hersteller:
Medieninhalte
Audio:
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Aufführungen
Das Vokaltuch der Kammersängerin Rosa Silber
Orchester: Bournemouth Symphony Orchestra
21. Februar 1963 |
London (Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland)
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Das Vokaltuch der Kammersängerin Rosa Silber
Orchester: Bournemouth Symphony Orchestra
10. Januar 1963 |
(Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland)
Das Vokaltuch der Kammersängerin Rosa Silber
Musikalische Leitung: Hans Georg Schäfer
4. Februar 1961 |
Heidelberg (Deutschland) , Städtische Bühnen — Premiere
Das Vokaltuch der Kammersängerin Rosa Silber
Musikalische Leitung: Siegfried Köhler
15. Oktober 1958 |
Köln (Deutschland) , Städtische Bühnen — Uraufführung (szenische Uraufführung)
Das Vokaltuch der Kammersängerin Rosa Silber
Musikalische Leitung: Ferenc Fricsay
Orchester: RIAS-Symphonie-Orchester
8. Mai 1951 |
Berlin (Deutschland) , Titania-Palast — Uraufführung (konzertante Uraufführung)
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