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Das Floß der Medusa
Oratorium für Sopran, Bariton, Sprechstimme, gemischten Chor (dazu neun Knaben, S/A) und Orchester
Dichtung von Ernst Schnabel
Das Floß der Medusa is a sung quotation from the logbook of a craft whilst in the open sea. Onboard this vessel were many dying people, Third World, victims of heartless egoists from the world of the rich and mighty.
Ausgabe: Aufführungsmaterial
Reihe:
Das Floß der Medusa
Produktdetails
Beschreibung
Die Partitur zu diesem Oratorium entstand in den Jahren 1967-68 in Marino, nach jahrelanger Planung und nach Fertigstellung des Buches durch Ernst Schnabel, den Dichter, dem ich auch die Grundidee für das ganze Werk verdanke. Es handelt sich in diesem Stück um die gesungene Verlesung des Logbuchs eines auf offener See in Havarie befindlichen mit vielen Sterbenden beladenen Flosses. Die Sterbenden sind Menschen der Dritten Welt, Opfer der Herzlosigkeit von Egoisten aus der Welt der Reichen und Mächtigen.
Ernst Schnabel hat auch die theaternahe Idee von der Aufteilung des Spielpodiums in zwei Seiten gehabt, wonach die eine für die Lebenden, die andere für die Toten bestimmt ist, Charon, der Fährmann, Sprecher, vermittelt zwischen diesen beiden Welten, die sieh auch in der Wahl der Instrumente voneinander absetzen: Den Lebenden sind die atmenden Blas-)Instrumehte zugeordnet, während die Toten, die beim Betreten ihres neuen Reichs augenblicklich klassisches Italienisch (aus dem Danteschen Inferno) intonieren, sind nur von Streichinstrumenten begleitet.
Während ich diese Musik komponierte, wirkte die Aussenwelt, also eine andere Wirklichkeit als die meiner Musik, in die Arbeit hinein, durch die künstlerische Auseinandersetzung mit dem brennenden Thema unseres Gegenstands veranlasst, durch die Darstellung von Verrat, Elend und Not, von Agonie und Wahnsinn gezwungen, mich mit den Opfern zu identifizieren, die in diesem Stück zu Worte kommen, gewann ich in zunehmendem Masse Nähe zu ihnen, und es wuchsen in meinem Innern Mitgefühl, Liebe und Solidarität für die Verfolgten, zu Menschen, die leiden, die in Todesangst liegen, den Minderheiten, die ja eigentlich eine Mehrheit darstellen, den Erniedrigten und Verletzten.
Schnabel und ich haben das ganze Werk als eine Allegorie gesehen, als Beschreibung eines Kampfes: eines Kampfes ums nackte Leben, aus dem später einmal kämpferischer Geist und die Entschlossenheit zur Änderung unerträglicher Verhältnisse hervorgehen sollten.
H.W.H.
Ernst Schnabel hat auch die theaternahe Idee von der Aufteilung des Spielpodiums in zwei Seiten gehabt, wonach die eine für die Lebenden, die andere für die Toten bestimmt ist, Charon, der Fährmann, Sprecher, vermittelt zwischen diesen beiden Welten, die sieh auch in der Wahl der Instrumente voneinander absetzen: Den Lebenden sind die atmenden Blas-)Instrumehte zugeordnet, während die Toten, die beim Betreten ihres neuen Reichs augenblicklich klassisches Italienisch (aus dem Danteschen Inferno) intonieren, sind nur von Streichinstrumenten begleitet.
Während ich diese Musik komponierte, wirkte die Aussenwelt, also eine andere Wirklichkeit als die meiner Musik, in die Arbeit hinein, durch die künstlerische Auseinandersetzung mit dem brennenden Thema unseres Gegenstands veranlasst, durch die Darstellung von Verrat, Elend und Not, von Agonie und Wahnsinn gezwungen, mich mit den Opfern zu identifizieren, die in diesem Stück zu Worte kommen, gewann ich in zunehmendem Masse Nähe zu ihnen, und es wuchsen in meinem Innern Mitgefühl, Liebe und Solidarität für die Verfolgten, zu Menschen, die leiden, die in Todesangst liegen, den Minderheiten, die ja eigentlich eine Mehrheit darstellen, den Erniedrigten und Verletzten.
Schnabel und ich haben das ganze Werk als eine Allegorie gesehen, als Beschreibung eines Kampfes: eines Kampfes ums nackte Leben, aus dem später einmal kämpferischer Geist und die Entschlossenheit zur Änderung unerträglicher Verhältnisse hervorgehen sollten.
H.W.H.
Orchesterbesetzung
4 (1., 2. auch Picc., 3., 4. auch Altfl.) · 1 · Ob. d'am. · Engl. Hr. · Heckelphon · Es-Klar. · 1 · Altklar. (oder Bassetthr.) · Bassklar. · Sopransax. · Tenorsax. · 2 · Kfg. - 4 · Picc.-Trp. · 2 · Basstrp. · Altpos. · 1 · Basspos. · Alt-Ofiklëide (oder Bombardino) · Bass-Ofiklëide (oder Pos. mit Quartventil) · Bombardino (oder Tb. in F) · Wagnertb. · 1 · Kb.-Tb. - P. S. (3 Trgl. · 3 hg. Beck. · Beckenpaar · 3 Gongs · Kuhgl. · 5 Tamt. · Tamb. · Mil. Tr. · 3 Bong. · Tabla · orient. Woodbl. · gr. Tr. · 2 Tempelbl. · Metallbl. · Woodbl. · Mar. · Guiro · Bambusbündel · 3 Metallplatten · Shell-Chimes · Vibr. · Marimba · Röhrengl.) (12 Spieler) - E-Git. · E-Bassgit. · 2 Hfn. · Klav. · E-Org. - Str. (12 · 0 · 8 · 6 · 4)
Inhalt
1. Teil
Die Einschiffung zum Untergang: I Prolog des Charon
II Motto "Vom Hafen aus..."
III Ordre und Musterrolle "Vive le roi!"
IV Journal der Überfahrt "Die See war still..."
V Eine Antwort "Den Bänken von Arguin..."
VI Versuch zur Rettung "Drei Tage Kampf um das Schiff..."
VII Die Ausschiffung "Wir standen an der Reling..."
VIII Ballade vom Verrat "Wir schauten auf..."
IX Gesang mit neuen Stimmen "Per correr migliori acque..."
X Anweisungen für den zweiten Tag "Es kam der zweite Tag..."
2. Teil
Die neunte Nacht und der Morgen: XI Feststellung der Lage "Ein Ende vor Augen..."
XII Motto "Wieviele Königreiche..."
XIII Appell unter dem Monde "La luna, quasi a mezza notte tarda..."
XIV Die Rechnung zum Tode "Mitternacht"
XV Die Ballade vom Mann auf dem Floß "Da ging ein Mann über das Floß..."
XVI Fuge der Überlebenden und Ankündigung der Rettung "Wir haben kein Gesetz..."
XVII Finale "Schau auf!"
Die Einschiffung zum Untergang: I Prolog des Charon
II Motto "Vom Hafen aus..."
III Ordre und Musterrolle "Vive le roi!"
IV Journal der Überfahrt "Die See war still..."
V Eine Antwort "Den Bänken von Arguin..."
VI Versuch zur Rettung "Drei Tage Kampf um das Schiff..."
VII Die Ausschiffung "Wir standen an der Reling..."
VIII Ballade vom Verrat "Wir schauten auf..."
IX Gesang mit neuen Stimmen "Per correr migliori acque..."
X Anweisungen für den zweiten Tag "Es kam der zweite Tag..."
2. Teil
Die neunte Nacht und der Morgen: XI Feststellung der Lage "Ein Ende vor Augen..."
XII Motto "Wieviele Königreiche..."
XIII Appell unter dem Monde "La luna, quasi a mezza notte tarda..."
XIV Die Rechnung zum Tode "Mitternacht"
XV Die Ballade vom Mann auf dem Floß "Da ging ein Mann über das Floß..."
XVI Fuge der Überlebenden und Ankündigung der Rettung "Wir haben kein Gesetz..."
XVII Finale "Schau auf!"
Personenbesetzung
La Mort · Sopran - Jean Charles · Bariton - Charon · Sprecher - Chor der Lebenden · gemischter Chor - Chor der Toten · gemischter Chor · Kinderchor
Weitere Informationen
Titel:
Das Floß der Medusa
Oratorium für Sopran, Bariton, Sprechstimme, gemischten Chor (dazu neun Knaben, S/A) und Orchester
Dichtung von Ernst Schnabel
Englische Übersetzung von Desmond Clayton
Sprache:
Deutsch, Englisch
Ausgabe:
Aufführungsmaterial
Verlag/Label:
Schott Music
Kompositionsjahr:
1968 (1990)
Spieldauer:
70 ′0 ′′
Uraufführung:
9. Dezember 1968 · Hamburg (D)
NDR
Edda Moser, Sopran; Dietrich Fischer-Dieskau, Bariton; Charles Regnier, Sprecher · Musikalische Leitung: Hans Werner Henze · Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks · Chor des Norddeutschen Rundfunks; RIAS-Kammerchor; Hamburger Knabenkantorei St. Nikolai
(Ursendung)
29. Januar 1971 · Wien (A)
Musikverein
Edda Moser, Sopran; William Pearson, Bariton; Helmut Janatsch, Sprecher · Musikalische Leitung: Miltiades Caridis · ORF-Symphonieorchester · ORF-Chor
(konzertant) (konzertante Uraufführung)
15. April 1972 · Nürnberg (D)
Städtische Bühnen
Musikalische Leitung: Hans Gierster · Choreinstudierung: Adam Rauh
Inszenierung: Wolfgang Weber · Kostüme: Margret Kaulbach · Bühnenbild: Peter Heyduck
(szenisch) (szenische Uraufführung)
NDR
Edda Moser, Sopran; Dietrich Fischer-Dieskau, Bariton; Charles Regnier, Sprecher · Musikalische Leitung: Hans Werner Henze · Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks · Chor des Norddeutschen Rundfunks; RIAS-Kammerchor; Hamburger Knabenkantorei St. Nikolai
(Ursendung)
29. Januar 1971 · Wien (A)
Musikverein
Edda Moser, Sopran; William Pearson, Bariton; Helmut Janatsch, Sprecher · Musikalische Leitung: Miltiades Caridis · ORF-Symphonieorchester · ORF-Chor
(konzertant) (konzertante Uraufführung)
15. April 1972 · Nürnberg (D)
Städtische Bühnen
Musikalische Leitung: Hans Gierster · Choreinstudierung: Adam Rauh
Inszenierung: Wolfgang Weber · Kostüme: Margret Kaulbach · Bühnenbild: Peter Heyduck
(szenisch) (szenische Uraufführung)
Auftragswerk:
Kompositionsauftrag des Norddeutschen Rundfunks Hamburg
Reihe:
Technische Details
Medienart:
Leih-/Aufführungsmaterial
Bestellnummer:
LS 2067-01
Hersteller:
Medieninhalte
Audio:
Video:
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