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Henri Dutilleux (Komponist) | Prithwindra Mukherjee (Textdichter:in) | Rainer Maria Rilke (Textdichter:in)
Correspondances
für Sopran und Orchester
Texte von Rainer Maria Rilke, Prithwindra Mukherjee, Alexander Solschenizyn und Vincent van Gogh
Ausgabe: Aufführungsmaterial
Reihe:
Correspondances
Produktdetails
Beschreibung
Die Ausgangsidee zu diesem Werk bestand darin, Briefe von verschiedenen Verfassern auszuwählen, die sich dafür eignen, verschiedene lyrische Ausdrucksformen hervorzubringen, die wiederum von einer Sopranstimme und großem sinfonischen Orchester umgesetzt werden.
Kurze Zwischenspiele dienen bisweilen als Überleitungen zwischen diesen Briefen. Dem ersten Zwischenspiel geht das Gedicht "Cosmic Dance" des indischen Autors Prithwindra Mukherjee voraus, das als eine Art "Ansprache", als Botschaft an den indischen Gott Shiva angesehen werden kann...
Die anschließende Episode basiert auf den wichtigsten Passagen eines Briefes von Alexander Solscheniyzn an Mstislav und Galina Rostropowitsch (9. Februar 1984), in dem er an seine Qualen erinnert, an die Leidenszeit in den Gulags zehn Jahre zuvor, die er dank der mutigen Unterstützung seiner Freunde Slava und Galina und dank seines Glaubens überstanden hatte.
Der Korrespondenz von Vincent van Gogh mit seinem Bruder Theo wurden einige Ausschnitte entnommen, wie z. B. "Ich brauche die Religion dringend. Dann gehe ich in die Nacht hinaus, um die Sterne zu malen." Dieser Episode geht ein sehr kurzes Gedicht von Rainer Maria Rilke mit dem Titel Gong voraus.
So unterschiedlich die Texte formal und inhaltlich auch sind, so ist ihnen doch gemeinsam, dass sie bei ihren Verfassern die gleiche Neigung zu mystischem Denken reflektieren. Dies scheint, abgesehen vom kosmischen Gedanken, für den Komponisten das einende Element gewesen zu sein.
Neben den verschiedenen Bedeutungen, die man diesem Wort beimessen kann, bezieht sich der Titel des Werks, "Correspondances", auf das gleichnamige berühmte Gedicht von Baudelaire und auf die Synästhesien, die er selbst heraufbeschworen hat. Außerdem greift die Baudelaire'sche Idee, nach der in unserem Universum das Göttliche zwangsläufig sein Pendant in einer teuflischen Welt findet, den Gedanken van Goghs wieder auf, als er seinem Bruder aus Arles schreibt, dass "es neben der Sonne (dem lieben Gott) leider auch den teuflischen Mistral gibt".
Jede der Episoden ist Gegenstand einer etwas speziellen Orchestrierung, die jeweils die eine oder andere Instrumentenfamilie bevorzugt. So finden die von van Gogh in einem Brief heraufbeschworenen Bilder und Farben ihr Echo vorzugsweise in den Klangfarben der Holzbläser, aber auch der Blechbläser. Bei Solschenizyns Brief an Slava und Galina dominieren die Streicher, insbesondere die Celli, die oftmals im Quartett auftreten. Beim "Danse cosmique" ist es das gesamte Orchester, das die Sängerin einrahmt. Im Gegensatz dazu kommt beim dritten Stück "Gong", einer Art Zwischenspiel, kaum die Hälfte des großen Orchesters zum Einsatz.
Noch eine Anmerkung: Ganz am Ende des Briefes von Solschenizyn findet sich im Hintergrund, wie in einem Nebel, ein Zitat aus Boris Godunow, wo "der Unschuldige" das Unglück und die Not Russlands beklagt.
Und mitten in den Seiten, die dem Brief van Goghs gewidmet sind, hat der Komponist als Zitat das Hauptmotiv seiner eigenen, 1978 unter dem Einfluss des berühmten Gemäldes "Sternennacht" entstandenen Komposition "Timbre, Espace, Mouvement ou la Nuit étoilée" verwendet.
- Henri Dutilleux
Kurze Zwischenspiele dienen bisweilen als Überleitungen zwischen diesen Briefen. Dem ersten Zwischenspiel geht das Gedicht "Cosmic Dance" des indischen Autors Prithwindra Mukherjee voraus, das als eine Art "Ansprache", als Botschaft an den indischen Gott Shiva angesehen werden kann...
Die anschließende Episode basiert auf den wichtigsten Passagen eines Briefes von Alexander Solscheniyzn an Mstislav und Galina Rostropowitsch (9. Februar 1984), in dem er an seine Qualen erinnert, an die Leidenszeit in den Gulags zehn Jahre zuvor, die er dank der mutigen Unterstützung seiner Freunde Slava und Galina und dank seines Glaubens überstanden hatte.
Der Korrespondenz von Vincent van Gogh mit seinem Bruder Theo wurden einige Ausschnitte entnommen, wie z. B. "Ich brauche die Religion dringend. Dann gehe ich in die Nacht hinaus, um die Sterne zu malen." Dieser Episode geht ein sehr kurzes Gedicht von Rainer Maria Rilke mit dem Titel Gong voraus.
So unterschiedlich die Texte formal und inhaltlich auch sind, so ist ihnen doch gemeinsam, dass sie bei ihren Verfassern die gleiche Neigung zu mystischem Denken reflektieren. Dies scheint, abgesehen vom kosmischen Gedanken, für den Komponisten das einende Element gewesen zu sein.
Neben den verschiedenen Bedeutungen, die man diesem Wort beimessen kann, bezieht sich der Titel des Werks, "Correspondances", auf das gleichnamige berühmte Gedicht von Baudelaire und auf die Synästhesien, die er selbst heraufbeschworen hat. Außerdem greift die Baudelaire'sche Idee, nach der in unserem Universum das Göttliche zwangsläufig sein Pendant in einer teuflischen Welt findet, den Gedanken van Goghs wieder auf, als er seinem Bruder aus Arles schreibt, dass "es neben der Sonne (dem lieben Gott) leider auch den teuflischen Mistral gibt".
Jede der Episoden ist Gegenstand einer etwas speziellen Orchestrierung, die jeweils die eine oder andere Instrumentenfamilie bevorzugt. So finden die von van Gogh in einem Brief heraufbeschworenen Bilder und Farben ihr Echo vorzugsweise in den Klangfarben der Holzbläser, aber auch der Blechbläser. Bei Solschenizyns Brief an Slava und Galina dominieren die Streicher, insbesondere die Celli, die oftmals im Quartett auftreten. Beim "Danse cosmique" ist es das gesamte Orchester, das die Sängerin einrahmt. Im Gegensatz dazu kommt beim dritten Stück "Gong", einer Art Zwischenspiel, kaum die Hälfte des großen Orchesters zum Einsatz.
Noch eine Anmerkung: Ganz am Ende des Briefes von Solschenizyn findet sich im Hintergrund, wie in einem Nebel, ein Zitat aus Boris Godunow, wo "der Unschuldige" das Unglück und die Not Russlands beklagt.
Und mitten in den Seiten, die dem Brief van Goghs gewidmet sind, hat der Komponist als Zitat das Hauptmotiv seiner eigenen, 1978 unter dem Einfluss des berühmten Gemäldes "Sternennacht" entstandenen Komposition "Timbre, Espace, Mouvement ou la Nuit étoilée" verwendet.
- Henri Dutilleux
Orchesterbesetzung
Picc. · 2 · 2 · Engl. Hr. · 2 · Bassklar. · 2 - 3 · 3 · 3 · 1 - P. S. (2 hg. Beck. · Tamt. · 3 Bong. · 3 Tomt. · kl. Tr. · gr. Tr.) (2 Spieler) - Akk. · Marimba (auch Vibr.) · Cel. · Hfe. - Str.
Inhalt
I Gong I (R. M. Rilke) "Timbre qui n'est plus..."
II Danse cosmique (P. Mukherjee) "Des flammes qui envahissent le ciel" - Interlude
III A Slava et Galina... (A. Soljénitsyne) "A l'approche du dixième anniversaire..." - IV Gong 2 (R. M. Rilke) "Bourdonnements épars silence perverti..."
V De Vincent à Théo... (V. van Gogh) "Tant que durera l'automne..."
II Danse cosmique (P. Mukherjee) "Des flammes qui envahissent le ciel" - Interlude
III A Slava et Galina... (A. Soljénitsyne) "A l'approche du dixième anniversaire..." - IV Gong 2 (R. M. Rilke) "Bourdonnements épars silence perverti..."
V De Vincent à Théo... (V. van Gogh) "Tant que durera l'automne..."
Weitere Informationen
Titel:
Correspondances
für Sopran und Orchester
Texte von Rainer Maria Rilke, Prithwindra Mukherjee, Alexander Solschenizyn und Vincent van Gogh
Sprache:
Französisch
Ausgabe:
Aufführungsmaterial
Verlag/Label:
Schott Music
Kompositionsjahr:
2002 - 2004
Spieldauer:
22 ′0 ′′
Uraufführung:
5. September 2003 · Berlin (D)
Philharmonie
Dawn Upshaw, Sopran · Musikalische Leitung: Simon Rattle · Berliner Philharmoniker
6. September 2005 · Torino (I)
Chiesa di San Filippo
Torino Settembre Musica 2005
Claron McFadden, Sopran · Musikalische Leitung: Arturo Tamayo · Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI
(Uraufführung der erweiteren Fassung (mit "Gong II"))
Philharmonie
Dawn Upshaw, Sopran · Musikalische Leitung: Simon Rattle · Berliner Philharmoniker
6. September 2005 · Torino (I)
Chiesa di San Filippo
Torino Settembre Musica 2005
Claron McFadden, Sopran · Musikalische Leitung: Arturo Tamayo · Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI
(Uraufführung der erweiteren Fassung (mit "Gong II"))
Auftragswerk:
Auftragswerk der Berliner Philharmoniker
Reihe:
Technische Details
Medienart:
Leih-/Aufführungsmaterial
Bestellnummer:
LS 4437-01
Lieferrechte:
Weltweit
Hersteller:
Medieninhalte
Audio:
Personen
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Musikalische Leitung: Franck Ollu
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