Boccaccio
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Beschreibung
Was hat der Autor Giovanni Boccaccio als Student in Florenz erlebt? Was spiegelt sich davon in seinen berühmten erotischen Schelmen- und Abenteuergeschichten „Decamerone“, die er später schrieb? Der Musikwissenschaftler Albert Gier wies nach, dass die Librettisten Richard Génée und Camillo Walzel (Pseudonym: F. Zell) es mit den historischen Ereignissen nicht sonderlich genau nahmen. Die Chronologie bis zum fiktiven Happyend – in dem Boccaccio schließlich seine geliebte Fiametta in die Arme schließen kann – wurde gründlich durcheinandergebracht.
Die Originalversion sah für die Figur des jungen Boccaccio eine Hosenrolle vor. Marie Geistinger, gefeierte Operettendiva und Theaterdirektorin, brillierte darin bei der frühen Produktion des Theaters an der Wien. In der vorliegenden Einrichtung für das dem Sozialistischen Realismus verpflichteten Ostberliner Metropol-Theaters wurde der Boccaccio dagegen als Bariton-Partie angelegt. Die Autoren verknappten die Ereigniskette im mittelalterlichen Florenz und reicherten sie mit einigen sozialkritischen Schärfungen an. Boccaccio wurde von Rom bis Manaus in Brasilien gespielt und zählt zu den ganz großen Triumphen der Wiener Operette. Sie ist gewissermaßen das Tor von der italienischen Belcanto-Oper ins Walzer-, Polka- und Galopp-Delirium. Das Comeback dieses Reißers für eine Gesellschaft zwischen Fakenews und Storytelling ist längst überfällig.
Orchesterbesetzung
Personenbesetzung
Personen der Commedia dell'Arte: Pantalone - Pantalones Freunde: Brighella, Pulcinella - Colombina - Arlecchino - Scapino, dessen Gefährte - Narcissino, ein Sizilianer, Colombinens Freier
Weitere Informationen
Carltheater
(szenisch)