Black sun
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Beschreibung
In seinem 17-minütigen Liederzyklus Black Sun vertont Alexander Raskatov sieben Gedichte von Ossip Mandelstam – eindringliche Miniaturen voll existenzieller Angst, metaphysischer Dunkelheit und flüchtiger Hoffnung. Raskatov widmete das Werk Irina Schostakowitsch, der Witwe Dmitri Schostakowitschs, mit der ihn eine langjährige persönliche Freundschaft verband: „Wie oft hat sie mir am Telefon Gedichte – auch von Mandelstam – auswendig vorgetragen.“
Die gewählten Texte durchmessen extreme emotionale Register: vom albtraumhaften Pomogi, gospo über das grotesk verzerrte Scherzo Ni gomori nikomu bis zur fast mystischen Erleuchtung in O, kak zhe ja hochu. Das Finale, Zhil Alexander Herzovich, ist eine einfache Liedzeile – und zugleich ein hasidischer Tanz, in dem alles zu verschwinden scheint.
Raskatovs musikalische Umsetzung verlangt von der dramatischen Sopranstimme höchste Virtuosität, vokale Flexibilität und große Ausdrucksbreite. Auch die Klavierstimme oszilliert zwischen motorischer Energie und feinnerviger Transparenz – ein Duo von radikaler Intensität.
Die Uraufführung fand am 29. Juni 2024 im Rahmen der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch statt: mit Elena Vassilieva (Sopran) und Nathalia Milstein (Klavier).