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1936 was Hans Winterberg's most fruitful creative year before the catastrophe that befell Czechoslovakia with the annexation of the Sudeten territories in 1938 and the „rest of Czechoslovakia“ in 1939 by Nazi Germany. Winterberg lived as a freelance composer in Prague, had found his own style after studying with Alexander von Zemlinsky, among others, and ventured into the great forms of the tradition for the first time: piano sonata, symphony and string quartet. Winterberg's First String Quartet, whose manuscript survived the turmoil of the war and was not premiered until 2024, „a masterpiece not only of Czech music but of the entire string quartet repertoire of the 20th century“ (Michael Haas), is perhaps his most complex, most demanding work from the pre-war period. In terms of the interpretational challenges and the peculiarities of its stylistic approach, it lies at the interface between the quartets of Janáček and his pupil Pavel Haas and the quartet compositions of the protagonists of the Second Viennese School.
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Turning Points - Episode 2: Hans Winterberg
Turning Points - Episode 2: Hans Winterberg
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Hans Winterberg, 1901 als Spross einer seit Jahrhunderten in Prag ansässigen jüdischen Familie geboren, studierte bei Alexander von Zemlinsky und Alois Hába. Bis zur Annexion der Tschechoslowakischen Republik durch Nazideutschland 1939 wirkte er als Dirigent, Pianist und Komponist. Anders als seine Freunde und Kollegen Viktor Ullmann, Hans Krása und Gideon Klein überlebte er die Shoah durch eine Reihe von Wundern. 1945 siedelte er nach München über, wo er eine vielversprechende zweite Karriere begann. Als Vertreter einer gemäßigten Avantgarde sah er sich seit den späten 1960er Jahren mehr und mehr ins Abseits gedrängt. Nach seinem Tod 1991 geriet sein künstlerischer Nachlass in einem deutschen Musikarchiv unter Verschluss und, da zu seinen Lebzeiten kein Werk veröffentlicht worden war, in Vergessenheit. Boosey & Hawkes bringt seit 2023 Winterbergs Kammermusik in einem außergewöhnlichen Editionsprojekt als Erstausgaben heraus in Kooperation mit dem Exilarte Forschungszentrum der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Sie offenbaren Musik von einzigartigem Reiz, in der Einflüsse Janáčeks, der Zweiten Wiener Schule und des französischen Impressionismus zu einem originellen und aufregenden Personalstil amalgamiert sind.
Im Anschluss an die Kammermusik wird sich das Editionsprojekt den Erstausgaben von Winterbergs Klavierwerken und Liedern widmen.