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La piccola Cubana

Vaudeville in fünf Bildern von Hans Magnus Enzensberger
nach Motiven aus dem Roman „Canción de Rachel“ von Miguel Barnet
Es war Hans Werner Henzes Wunsch, dieses ihm so wichtige Stück auch kleinen Bühnen und Ensembles zugänglich zu machen, daher plante er selbst noch eine „Piccola Cubana“. Über die Entstehung sagte Henze: „Es ging darum, eine neue Form von Musiktheater zu erfinden. Es stellte sich heraus, dass das Material – die Memoiren von Amalia Vorg, dieser alten kubanischen Vaudeville-Queen – enorme Möglichkeiten enthielt, weit über ein unterhaltendes Vaudeville hinausgehend. Es erzählt nicht nur etwas über die letzten 50 Jahre der Geschichte Kubas vor der Befreiung durch Fidel Castro, sondern auch etwas über die Unterentwicklung eines Landes. Durch den Filter der Mentalität einer Kabarett-Künstlerin stellen wir die Fragen: Was ist Kunst, welchen Wert hat sie in der Gesellschaft, welchen Stellenwert hat sie da? Was sind Künstler? Wie ist ihr moralischer Habitus, wie ist ihre gesellschaftliche Verantwortlichkeit?“ (Hans Werner Henze)
Ausgabe: Aufführungsmaterial
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Leih-/Aufführungsmaterial

Produktdetails

Beschreibung

Die Uraufführung der Bühnenfassung des zunächst als ‚Fernsehoper‘ entstandenen großen Vaudevilles La Cubana oder Ein Leben für die Kunst am 28. Mai 1975 am Münchner Gärtnerplatztheater war ein Misserfolg für seine ansonsten erfolgsverwöhnten Urheber, den Dichter Hans Magnus Enzensberger und den Komponisten Hans Werner Henze. Enzensberger schildert dies später launig in einem Buch mit dem Titel „Meine Lieblings-Flops“. Henze resümiert in seiner Autobiographie, man hört förmlich den Seufzer: „Ich tat mich schwer bei der Erfindung der La Cubana-Musik.“ Dennoch kam der Komponist immer wieder auf dieses anspruchsvoll gedachte und vitale Stück zurück. Ihm wurde schnell klar, dass das Sujet mit seinem quirligen Bilderbogen vielleicht eher in einer schlanken Ensemblefassung Theaterwirksamkeit entfalten könnte als in der dem Realismus verhafteten Materialschlacht des Originals. Bereits 1990/91 arbeitete er gemeinsam mit Hans Magnus Enzensberger an einer Neufassung des Librettos, und 1993 nutzte er die Gelegenheit, für die Sängerin Maria Husmann eine kleine Ensemblefassung einzelner Chansons und Tänze aus La Cubana einzurichten. Die dort gefundene Besetzung eines Salonensembles schrieb Henze kurz darauf in seinem Werkverzeichnis für eine dort als La piccola Cubana betitelte projektierte Neufassung von La Cubana fest. Aus verschiedenen Gründen kam diese Neufassung zu Henzes Lebzeiten allerdings nicht mehr zustande.

In meiner Einrichtung des Stückes für Kammerensemble richte ich mich ganz nach den erwähnten Vorgaben Henzes. Sowohl die jetzige Besetzung auf der Basis des Ensembles von 1993, bei der ich lediglich eine Solovioline hinzufüge, als auch die Reduktion sämtlicher Gesangs- und Chorpartien auf vier Sänger und zwei Darsteller sind Henzes eigene Ideen. Dem Ensemble, das zwischen Salonorchester und Neue-Musik-Truppe, zwischen Oper und Varieté changiert, wird dabei eine Vielzahl von Farbnuancen und Klangschattierungen zur Charakterisierung der verschiedenen Musikstile dieses Vaudevilles abverlangt. Selbst eine szenische Mitwirkung der MusikerInnen ist durchaus im Sinne Hans Werner Henzes, dem, ganz in der Tradition des Brecht-Theaters, immer die reale Verknüpfung von Szene und Musik vor Augen schwebte. Sein Ideal war der „Musik-Darsteller“. Auch die Sänger und Sängerinnen müssen in eine Vielzahl von Rollen schlüpfen. Auf der Basis der vorliegenden Fassung ist sowohl eine solche dem „armen Theater“ verpflichtete kleine Ensembleaufführung mit vier SängerInnen und zehn MusikerInnen möglich, als auch eine ad libitum wieder leicht erweiterte Fassung, bei der Gesangs- und Chorpartien auf mehrere Akteure verteilt werden oder zum Beispiel im Orchester die Cimarrón-Szene mit vier Schlagzeugern in der Originalversion dargeboten wird. Die Einrichtung des Materials dieses Vaudevilles für eine Aufführung bleibt somit den Theaterpraktikern überlassen. Dies betrifft auch die Zwischentexte, die sowohl in ihrer längeren Originalfassung von 1973 als auch – sofern vorhanden – in den gekürzten Neufassungen des Textbuchs von 1990/91 aufgenommen wurden.

Bei der Beschäftigung mit dieser Musik wurde mir die ganze Zeit klar die dem Komponisten Hans Werner Henze so vorzüglich eigene Ironie, die hier buchstäblich in jeder Note wohnt. Es wurde mir auch immer wieder deutlich die subtile Freude des Komponisten an der Travestie und Parodie von Musikstilen der Unterhaltungsmusik, die allerdings in einen kühlen, schlanken, ich möchte sagen: abstrakten Henze-Stil überführt werden. Hier gibt es keinen Ohrwurm. Das Mitleid des Komponisten mit seinen Figuren hält sich in diesem Stück in Grenzen. Trotzdem, so ist zu hoffen, möge die dieser Musik eigene „mélange“, wie sie Henze selbst an Mozart immer so bewundert hat, ihren Geistreichtum und Witz beweisen. Jobst Liebrecht

Orchesterbesetzung

Klar. (auch Es-Klar, Okarina, Pfeifchen) · Altsax. (auch Sopransax., Mundharm. [oder Sopran-Melodica oder Sopraninosax.] und 1 Pfeifchen) - Tr. (auch Piston, Maultrommel [Jewish harp], Kamm) · Pos. (auch Maultrommel [Jewish harp] und Kamm) - S. (Vibr. · Marimba · Trinidad Steel Dr. · 3 Tomt. · 2 Bong · gr. Tr. mit Beck. · Voodoo Drum · Guiro · 2 Mar. · Pedal-Mar. · Pandeira · Metallpeitsche · Chocolo · Pfeifchen · Topfdeckel) (1 Spieler) - Git. (auch Banjo [ad lib. auch E-Git. (Jazz)], Cabaca, Cacavella und Hupe) · Klav. (präp., auch Piano-Conducter, Pianola, Harmonium, Waldteufel, Chocolo, Xylophonschlägel) - Vl. · Kb. (auch Maultrommel [Jewish harp], Tramboline, Holzröhrenklapper, Hupe)

Personenbesetzung

Die alte Rachel · Sprechrolle - Ofelia · Sprechrolle - Der Cimarrón · Sprechrolle - Rachel (auch Teodoro, auch Magdalena) · Sopran - Lucile (auch Rosita) · Mezzosopran (ad. lib. auch Bambusfl. und Kamm) - Rezensent (auch Eusebio, Yarini, Paco, Campesino, Alberto, Federico) · Tenor (auch Tütentrichter) - Fernrohrvermieter (auch Stelzenläufer, Don Alfonso, Bettler, Senator) · Bassbariton (auch Rassel/ Ratsche) - Chor der Zeugen und Chor der Bettler (wird von Mezzosopran, Tenor und Bassbariton mit übernommen)

Weitere Informationen

Titel:
La piccola Cubana
Vaudeville in fünf Bildern von Hans Magnus Enzensberger
nach Motiven aus dem Roman „Canción de Rachel“ von Miguel Barnet
Einrichtung für Kammerensemble von Jobst Liebrecht (2019)
Sprache:
Deutsch
Ausgabe:
Aufführungsmaterial
Verlag/Label:
Schott Music
Kompositionsjahr:
1973
Spieldauer:
90 ′0 ′′
Uraufführung:
27. Oktober 2022 · Berlin (D)
Staatsoper Unter den Linden, Alter Orchesterprobensaal
Victoria Randem, Rachel; Ema Nikolovska, Lucile; Andrés Moreno García, Eusebio / Paco; Benjamin Chamandy, Fernrohrvermieter / Don Alfonso / Senator; Isabel Karajan, Theaterdirektorin · Musikalische Leitung: Adrian Heger
Inszenierung: Pauline Beaulieu · Kostüme: Veronika Bleffert · Bühnenbild: Benjamin Schönecker
(szenisch)
Auftragswerk:
Auftragswerk des WNET Opera Theatre New York (Originalfassung) und der Osterfestspiele Salzburg (Fassung für Kammerensemble)

Technische Details

Medienart:
Leih-/Aufführungsmaterial
Bestellnummer:
LS 2107-02
Hersteller:
Schott Music GmbH & Co. KG
55116 Mainz
Deutschland

Aufführungen

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  • La piccola Cubana
    Musikalische Leitung: Roland Böer
    21. Mai 2026 | Roma (Italien) , Teatro Nazionale
  • La piccola Cubana
    Musikalische Leitung: Roland Böer
    15. Mai 2026 | Roma (Italien) , Teatro Nazionale — nationale Erstaufführung
  • La piccola Cubana
    Musikalische Leitung: Adrian Heger
    6. November 2022 | Berlin (Deutschland) , Staatsoper Unter den Linden, Alter Orchesterprobensaal
  • La piccola Cubana
    Musikalische Leitung: Adrian Heger
    4. November 2022 | Berlin (Deutschland) , Staatsoper Unter den Linden, Alter Orchesterprobensaal
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    Musikalische Leitung: Adrian Heger
    2. November 2022 | Berlin (Deutschland) , Staatsoper Unter den Linden, Alter Orchesterprobensaal
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