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De temporum fine comoedia

Das Spiel vom Ende der Zeiten
Vigilia
„Carl Orffs De temporum fine comoedia ist ein Werk voll von Sinnbildern. Jede Textzeile und jede musikalische Figur hat symbolische Bedeutung. Die Partitur zieht die Summe aus Orffs lebenslangem Bestreben, die beiden Grundlagen des abendländischen Geistes auf einem theatrum mundi deutlich werden zu lassen: die griechisch-römische Antike und das Christentum. Beide Welten durchdringen sich und führen die Erkenntnis herauf, daß alles Geist und somit göttlich ist.“ (Karl Schumann, aus der Einführung zur CD / © DG)
Bestellnummer: LS 3093-01
Ausgabe: Aufführungsmaterial

Produktdetails

Beschreibung

1. Bild: Die Sibyllen loben Gott als den Schöpfer des Kosmos und der Welt, verkünden aber gleichzeitig das Weltgericht, in dem Gott die Lebenden und die Toten richten und den Kosmos in einem Feuerstrom vernichten wird, um damit den menschlichen Unverstand und die menschliche Habgier zu bestrafen. Die Gerechten werden dieses Gericht unbeschadet überstehen und in die ewige Glückseligkeit eingehen, die Gottlosen werden für immer verloren sein und zugrunde gehen.
2. Bild: Die Anachoreten widersprechen den Weltuntergangsprophezeiungen der Sibyllen mit Nachdruck: Gott, der Pantokrator, der All- und Weltenherrscher, wird keines seiner Geschöpfe dem Untergang und der ewigen Verdammnis preisgeben. Auch das Böse in Gestalt des Teufels hat in Gottes Schöpfung seinen Platz. Nur er kann wissen, wann seine Schöpfung ein Ende haben wird. Die Anachoreten bitten um „Hellsicht im Traum“.
3. Bild: „Dies illa“: Die letzten Menschen beklagen den Zusammenbruch des Kosmos; der Chorführer betet zu Gott und stimmt mit den Menschen in Kyrierufe ein, die in einem Dämonenbann gipfeln. Luzifer erscheint in einer schwarzen Rüstung und wird in seine ursprüngliche Gestalt und Rolle zurückverwandelt – er ist nun wieder der „Lichtträger“. Zum Schluss erklingen die Stimmen der Welt und des Himmels.
Mit der Idee eines großen Endzeitspiels trug sich Carl Orff viele Jahrzehnte. Bereits in seinem frühen Werk Des Turmes Auferstehung aus dem Jahr 1921 wird der Gedanke der Zurückführung des Bösen in die Sphäre des Göttlichen angesprochen. In den 60er Jahren beschäftigte Orff sich ausführlich mit den christologischen Erörterungen des Augustinus und des Origines. Dessen eschatologische Philosophie mit ihrer Idee der Unveränderbarkeit Gottes und seiner allumfassenden Güte und Gerechtigkeit wurde für Orff zunehmend wichtig und prägt auch die Konzeption der Comoedia, in der sich viele weitere religiöse und geistesgeschichtliche Gedanken und Überzeugungen zu einem die Bühne nahezu sprengenden Welttheater verbinden.
Extrem sind die musikalischen und aufführungstechnischen Anforderungen: Neben den vielfach geteilten Frauenchören (für das Sibyllen-Bild) und Männerchören (für das Anachoreten-Bild) und drei großen gemischten Chören und einem Frauenchor im Orchester für die Menschen im 3. Bild wird ein Knabenchor benötigt, der zum Teil live singt, zum Teil vom Band kommt. Das groß besetzte Orchester wird von dem gewaltigen Schlagwerk und den 15 Blech- und 13 Holzbläsern dominiert. Dazu kommen drei Harfen, drei Klaviere, Celesta und Orgel. Die Streicher sind auf die dunklen Instrumente reduziert: Ein Violen-Quartett und acht Kontrabässe bilden eine magische Klangebene, die zum Teil jenseits der Hörbarkeit nur noch als Schwingung wahrnehmbar ist. Dem Violen-Quartett kommt zum Ende eine besondere Rolle zu: Im Zusammenspiel mit dem Spaltklang der elf gestimmten Gläser, die im Schlagzeug gespielt werden, schaffen sie in den Schlusstakten des Werkes, in denen Orff den Choral „Vor Deinen Thron tret‘ ich hiemit“ verarbeitet, eine überirdische Atmosphäre.

Orchesterbesetzung

6 (alle auch Picc.) · 0 · 6 Es-Klar. (1.-3. auch Klar.) · 0 · Kfg. - 6 · 8 · 6 · 1 - P. (auch Holzp.) S. (2 Glsp. · 5 Crot. · 3 Xyl. · 2 Marimba · Metallophon · Gong · Beckenpaar · hg. Beck. · 5 Tamt. · 6 Tamb. · 3 Rührtr. · 3 Tomt. · 6 Cong. · 1 tiefe Cong. · 3 kl. Tr. · 2 gr. Tr. · 3 Darabukka · Dobaci · 5 Bronzegl. · Guiro · Peitsche · Mar. · 6 Kast. · Hyoshigi · Angklung · 3 Holzgl. · 5 Holzbl. · 2 Ratschen · 3 Kirchenratschen · 11 Gläser [od. Glashfe.] · 2 kl. Gl. · Steinspiel) - 3 Hfn. · Cel. · 3 Klav. · Org. · E-Org. - 8 Kb. -
Tonband (von den Veranstaltern selbst zu erstellen): Picc. (ad lib.) - 2 Trp. - P. S. (Crot. · Marimba · Gl. · Windmasch.) - 3 Klav. - 3 Kb. - Knabenchor

Person Cast

I Die Sibyllen: 3 dramatische Soprane, 4 Mezzosoprane, 1 Alt, 1 tiefer Alt - II Die Anachoreten: 1 Tenor, 5 Baritone, 2 Bässe, 1 tiefer Bass - III "Dies illa": Die letzten Menschen (drei große gemischte Chöre, kleiner Frauenchor im Orchester) - Der Chorführer · Sprecher - Lucifer · Sprecher - Alt solo - Tenor solo - Knabenstimmen

Weitere Informationen

Titel:
De temporum fine comoedia
Das Spiel vom Ende der Zeiten
Vigilia
Texte aus den Sibyllinischen Büchern und den Orphischen Hymnen
Übersetzung aus dem Griechischen von Wolfgang Schadewaldt
Sprache:
Altgriechisch, Deutsch, Lateinisch
Ausgabe:
Aufführungsmaterial
Verlag/Label:
Schott Music
Kompositionsjahr:
1971 - 1979 (1981)
Spieldauer:
65 ′
Uraufführung:
20. Aug 1973 · Salzburg, Großes Festspielhaus (A)
Rolf Boysen, Prolog; Josef Greindl, Prolog; Colette Lorand, Sibyllen; Jane Marsh, Sibyllen; Kay Griffel, Sibyllen; Gwendolyn Killebrew, Sibyllen; Kari Lövaas, Sibyllen; Anna Tomowa-Sintow, Sibyllen; Heljä Angervo, Sibyllen; Sylvia Anderson, Sibyllen; Glenys Loulis, Sibyllen; Erik Geisen, Anchoreten; Hans Wegmann, Anchoreten; Hans Helm, Anchoreten; Wolfgang Anheisser, Anchoreten; Siegfried Rudolf Frese, Anchoreten; Hermann Patzalt, Anchoreten; Hannes Jokel, Anchoreten; Anton Diakov, Anchoreten; Boris Carmeli, Anchoreten; Josef Greindl, Chorführer; Hartmut Forche, Lucifer; Christa Ludwig, Stimmen; Peter Schreier, Stimmen · Musikalische Leitung: Herbert von Karajan · Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester · Kölner Rundfunk-Chor; RIAS Kammerchor; Tölzer Knabenchor · Choreinstudierung: Gerhard Schmidt-Gaden, Uwe Gronostay, Herbert Schernus
Inszenierung: August Everding · Kostüme: Andrzej Majewski · Bühnenbild: Günther Schneider-Siemssen · Choreographie: John Neumeier
(szenisch) (szenische Aufführung)

5. Okt 1980 · München (D)
Musikalische Leitung: Rafael Kubelik · Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Bayerisches Staatsorchester · Chor des Bayerischen Rundfunks, Chor des Süddeutschen Rundfunks · Choreinstudierung: Heinz Mende

(konzertant) (konzertante Uraufführung der Neufassung (1979))

15. Mai 1994 · Ulm, Theater (D)
Musikalische Leitung: Alicja Mounk · Philharmonisches Orchester Ulm
Inszenierung: Michael Simon · Kostüme: Anna Eiermann · Bühnenbild: Anna Eiermann
(szenisch)
Reihe:

Technische Details

Bestellnummer:
LS 3093-01

Medieninhalte

Audio:

Aufführungen

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