Konzert
composer: Pēteris Vasks
für Violine und Streichorchester
"Tālā gaisma" / "Fernes Licht" / "Distant Light"
Dedication: Gidon Kremer gewidmet
Premiere: August 10, 1997 Salzburg, Mozarteum (A) Salzburger Festspiele 1997 · Gidon Kremer, Violine · Conductor: Saulius Sondeckis · Kremerata Baltica
Publisher: Schott Music
Duration: 30' 0''
Year of composition: 1996/1997
Edition: full score
Material on hire
Description
Gut fünf Jahre nach der Emanzipation der baltischen Staaten entstand in den Jahren 1996 /97 im Auftrag der Salzburger Festspiele Vasks’ erstes und bislang umfangreichstes Werk für Solovioline und Streichorchester, das Konzert mit dem Untertitel „Tālā gaisma“ („Fernes Licht“). Formgebend ist hier die Abfolge stark kontrastierender Episoden, die teilweise von der lettischen Volksmusik geprägt sind. Der Solist hat drei Kadenzen zu bestreiten, die hohe Anforderungen an seine Virtuosität stellen. Der Titel verweist auf den Vorschein einer besseren zukünftigen Welt in der Ferne, noch nicht zu erkennen, aber zu erahnen. „Ohne das ereignisreiche Jahr 1991 und ohne das Wiedersehen mit meinem Freund aus Kindertagen, Gidon Kremer, würde dieses Konzert nicht existieren“, sagt der Komponist zum Hintergrund der Entstehung. „In diesem Werk verbinden sich Freude und Trauer wie so oft in meiner Musik, aber zuletzt siegt die Hoffnung.“ Nicht nur die jüngere Vergangenheit, auch Kindheitserinnerungen hat der Komponist in diesem Stück festgehalten, Bilder, die durch die Begegnung mit dem Jugendfreund und die Lektüre von Kremers autobiographischen Mitteilungen „Kindheitssplitter“ (1993) in dem Komponisten aufstiegen. Vasks verarbeitet sie in den Passagen aufgewühlter, expressiver Ausbrüche, durch die zunächst die Solovioline, gegen Ende auch das Streichorchester bis an den Rand eines aleatorischen Chaos geführt werden und in die ein wild stampfender, aggressiver Valse Macabre einbricht. Doch Chaos und Aggression behalten nicht das letzte Wort, sondern sind nur ein Durchgangsstadium. Danach kehrt die Musik zur Ruhe, zur Harmonie zurück, in der noch einmal leise der Walzer zu hören ist, nun aber in mildem, fernem Licht.
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