Sancta Susanna / Drei Gesänge
composer: Paul Hindemith
text writer: August Stramm - Ernst Wilhelm Lotz - Else Lasker-Schueler
interpreter: Gabriele Schnaut - Janis Martin - Gabriele Schreckenbach - Helen Donath
booklet writer: Giselher Schubert
choir: RIAS Kammerchor
conductor: Gerd Albrecht
orchestra/ensemble: Radio-Symphonie-Orchester Berlin
Publisher: Wergo
Edition: CD
Order number: WER 60106-50
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Description
Die „Drei Gesänge für Sopran und großes Orchester“ op. 9 von 1917 müssen als das Hauptwerk des frühen Hindemith gelten. Der 21-jährige Komponist zeigt sich hier als ein ungewöhnlich souveräner, phantasievoller Meister der musikalischen Koloristik. Er gibt zudem den Liedern einen Habitus, der unmittelbar an Richard Strauss oder den frühen Schönberg etwa der „Gurrelieder“ gemahnt. Hindemiths Musik trägt hier noch jenen spätromantischen musikalischen Tonfall, als dessen heftigster Opponent er seit den 20er Jahren galt. Die Lieder wurden zu Hindemiths Lebzeiten nicht aufgeführt und blieben auch unveröffentlicht; erst 1974, elf Jahre nach Hindemiths Tod, wurden sie uraufgeführt.
Stammen die expressionistischen Gedichte, die den Liedern zugrunde liegen, von Else Lasker-Schüler bzw. Ernst Wilhelm Lotz – Lotz‘ Gedicht „Aufbruch der Jugend“ ist ein Schlüsselgedicht des Expressionismus schlechthin - , so greift Hindemith im Einakter „Sancta Susanna“ op. 21 (1921) auf ein paradigmatisches expressionistisches Drama zurück, das von August Stramm stammt. In diesem Einakter kulminiert Hindemiths Expressionismus, den es erst noch zu entdecken gilt. Wurde die Musik stets zum Besten gezählt, was der junge Hindemith überhaupt komponiert hatte, so verhinderte das skandalöse Sujet der Eruption der unterdrückten Sexualität den Bühnenerfolg, den das Stück zweifellos verdient hätte.
Mit diesen beiden Aufnahmen setzt Gerd Albrecht seine Einspielungen früher Hindemith-Werke fort, die er mit einer Aufnahme der „Lustigen Sinfonietta“ op. 5 (WER 60089) begonnen hatte. Weitere Einspielungen früher Werke von Hindemith legt Gerd Albrecht mit den beiden Liederzyklen „Die junge Magd“ und „Des Todes Tod“ (WER 60117), sowie dem Einakter „Mörder, Hoffnung der Frauen“ und dem Ballett „Der Dämon“ (WER 60132) vor.
Diese Einspielung wurde mit dem "Caecilia"-Preis ausgezeichnet.
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