Shu Hai practices javelin

composer: Chaya Czernowin
text writer: Zohar Eitan

Dedication: Ute Wassermann gewidmet
Instrumentation: solo female voice, 9 versions of the same voice on tape and live electronics
Publisher: Schott Music
Duration: 32' 0''
Year of composition: 1996/97
Language: Hebrew
86 Pages
ISMN: 979-0-001-13580-1
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Description

Shu Hai mitamen behatalat kidon ist ein31-minütiges Stück in zwei Sätzen für Frauenstimme solo, neun Versionen derselben Stimme auf Tonband und Live-Elektronik. Es ist der Versuch, eine musikalische Form zu schaffen, die am ehesten als destillierte, nicht lineare Poesie beschrieben werden könnte. Das Stück ist für die Vokalsolistin Ute Wassermann komponiert. Es wurde von ihrem besonderen stimmlichen Ausdruck und ihren individuellen, vieldimensionalen und einzigartigen Stimmqualitäten inspiriert, die sie vor allem durch ihre intensive Beschäftigung mit Improvisation entwickelte.

In Shu Hai mitamen behatalat kidon wird der Interpretin eine große Bandbreite stimmlichen Verhaltens abverlangt, denn einerseits bleibt der Stimmeinsatz „unkultiviert“ und nah an einem unzensierten, rohen, körperlichen Ausdruck von Emotionen, andererseits aber wird die Stimme zugleich in extrem kontrollierte, fast unnatürlich zeitlich kurze Formsegmente gezwungen, die den wilden emotionalen Ausdruck in Frage stellen. Diese Spannung und Reibung, die durch den Kontrast zwischen der Wildheit des Materials und der kontrollierten, engen Form zustande kommt, lässt das Stück in seiner spezifischen Gestalt entstehen.

Elf Gedichte des israelischen Dichters Zohar Eitan liegen der Komposition zugrunde. Jedes dieser Gedichte besitzt eine zerrissene und polyphone Struktur, in der Erinnerung, Wiedererkennen, direkte Erfahrung und Selbstbeobachtung sich auf unterschiedliche Weise gegenseitig beeinflussen. In der musikalischen Komposition, besonders im ersten Satz, wird die Textpolyphonie jedes einzelnen Gedichts in Beziehung zu den anderen gesetzt, so dass sie sich in einem inaminären Raum gegenseitig beleuchten und kommentieren.

Der Name des Stücks stammt von einem Gedicht, das in dieser Komposition nicht verwendet wurde, das aber als deutliches Beispiel für die direkte Inspiration für die zerrissene Form, insbesondere des ersten Teils angesehen werden kann. Der zweite Satz ist das Herzstück einer reflektierten Innerlichkeit, in der intensive Emotionen reinste Gestalt gewinnen und das Material sich in komprimierter Form niederschlägt, so dass nur Wesentliches seine Spuren hinterlassen kann. Zugleich sind dies Spuren selbst gefroren und stilisiert – Bruchstücke versteinerter Intensität. Das Stück ist Ute Wassermann gewidmet.

-Chaya Czernowin

Content

First movement
Second movement

Recordings

Shu Hai Practices Javelin  (2003)

Chaya Czernowin

Ute Wassermann (voice) · Live electronics: Experimental Studio of Heinrich Strobel Stiftung SWR · André Richard (director) · Basel Sinfonietta · Johannes Kalitzke (conductor) · ELISION ensemble · Simon Hewett (conductor) · Trio: Deborah Kayser (soprano) · Erkki Veltheimalto (viola) · Geoffrey Morris (guitar) · Quartet: Paula Rae (bass-flute) · Brian Catchlove (bass-clarinet) · Timothy O'Dwyer (alto saxophone) · John Tooby (cello)
MODE RECORDS mode 117
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