Ludus de nato Infante mirificus
composer: Carl Orff
Ein Weihnachtsspiel
Premiere: December 11, 1960 Stuttgart, Württembergische Staatstheater (D) · Conductor: Heinz Mende · Staging: Paul Hager · Costumes: Leni Bauer-Ecsy · Stage design: Leni Bauer-Ecsy
Orchestra instrumentation: (vor der Bühne, mögl. verdeckt): P. S. (Tenorxyl. · Bassxyl. · 4 Beck. · 3 Gongs · 3 Tamt. · Schlitztr. · 2 Bong. · Tomt. · gr. Tr. · Gläserspiel · Steinspiel · Guiro · Anklung · 3 Holzbl. · Rasseln · Bambusstäbe · Ratsche) (8 Spieler) - Klav. -
Hinter der Bühne: Windmasch. · Donnermasch. -
Auf Tonband: Picc. - P. S. (Glsp. · Crot. · Xyl. · Marimba [2 Spieler] · Metallophon · 3 Trgl. · Beck. · gr. Tr.) - 2 Klav. · 2 Hfn. · Cel. · Org. - 3 Kb. -
Die beiden Stücke "Ludus de nato Infante mirificus" und "Comoedia de Christi Resurrectione" können unter der Bezeichnung "Diptychon" zusammen als abendfüllendes Werk aufgeführt werden. Die Reihenfolge "Ludus - Comoedia" ist jedoch bindend.
Cast of characters: eine alte Hexe - Kinder im Schnee - Hirten - Hexen - Chor der Hexen (von Männern dargestellt) -
Auf Tonband: Chor der Engel · Sopran- und Altstimmen - Stimmen der schlafenden Blumen · sehr helle Kinder-Sprechstimmen - Stimme der Erdmutter · tiefer Alt
Publisher: Schott Music
Duration: 45' 0''
Year of composition: 1960
Language: German
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Description
„Im Alter wirken Kindheitseindrücke am stärksten nach. Als Bub bin ich in der Weihnachtszeit von einer Kirche in die andere gegangen, weil mich die aufgestellten Krippen anzogen. Ich habe immer wieder selbst welche gebaut. Auf diesen Kindheitseindruck geht mein ‘Weihnachtsspiel’ zurück. Ich wollte den Menschen von heute, die ihre naive Gläubigkeit verloren haben, die Weihnachtslegende neu vermitteln, sie ohne Sentimentalität interpretieren. An einen solchen Stoff heranzugehen bedeutet eine kolossale Verantwortung. Ich habe versucht, das Weihnachtsgeschehen als Spiegelung darzustellen, ohne es realistisch zu verdeutlichen. Schon die Griechen haben gewußt: man kann Gott nicht darstellen. Diese Form ist ein Versuch – aber alles, was in der Kunst gemacht wird, ist Versuch!” (Carl Orff, in: HÖR ZU, 24. 12. 1972; zitiert nach dem Beiheft zur Carl Orff 100 Years Edition, BMG–RCA classics)
„Das Weihnachtsspiel folgt in ungefähr den frommen, alten Spielen, insbesondere den Krippenspielen, freilich ohne deren Naivität und Einfachheit einer szenisch dargestellten biblia pauperum. Das Stück ist dreiteilig wie das Weltganze: Dämonen-, Menschen- und Wundersphäre. Der erste Teil kontrastiert zum dritten Teil: die infernalische Hexenszene des Anfangs wird der Apotheose des Schlusses gegenübergestellt, wo Engel singen, die Stimmen der aufsprießenden Blumen erklingen und sich mit den erstaunten Ausrufen der Kinder verbinden, die diese ersten Blumen im Schnee finden. Der Mittelteil, ganz auf das Wort als Medium des Ausdrucks gestellt, enthält die Traumgeschichte und Berichte der Hirten, die in die Begriffswelt einfacher Leute übertragene Erzählung des Weihnachtsgeschehens von der Reise nach Bethlehem bis zur Ankunft der drei Könige.” (Karl Schumann; Beiheft zur Carl Orff 100 Years Edition, BMG–RCA classics)
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