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Das
Buch zur Aktion
Sie
war schon nach wenigen Wochen vergriffen, die erste Auflage der
Langzeitstudie mit dem Titel Musik(erziehung und ihre Wirkung
zur Freude der Autoren, die viele Jahre an Berliner Grundschulen
erforscht hatten, welche Wirkung die (frühe) aktive Beschäftigung
mit Musik bei Kindern erzielt.
Vergriffen
weshalb? Weil Heerscharen von Leserinnen und Lesern schon immer
einmal auf 686 Seiten studieren wollten, wie mit wissenschaftlichem
Anspruch und wissenschaftlicher Methodik ein komplexer wie komplizierter
Sachverhalt eben die Wirkung von Musik auf die menschliche
Persönlichkeit darzustellen ist? Sagen wir es offen:
Nein, daran lag es nicht. Die detaillierte Darstellung von Forschungshypothesen,
Nachweismethoden und den daraus resultierenden Ergebnissen taugt
nicht zum Bestseller, der über Nacht die Charts in den Buchläden
erobert.
Dennoch
hat allein die Bekanntgabe der Zwischenbilanzen und erst recht
das abschließende Fazit der Gesamtuntersuchungen die Öffentlichkeit
geradezu elektrisiert. Knappe Parolen wurden verbreitet: »Musik
macht intelligent, sozial kompetent, kreativ, selbstbewusst!«
und Ähnliches mehr. Selbst die Verfasser rieben sich die
Augen und staunten nicht schlecht weniger über die
Wirkung von Musikerziehung als über die Wirkung der Ergebnisse.
Trotzdem
blieb eines unbefriedigend: Das breite Publikum als letztgültiger
Adressat unserer Ergebnisse erfuhr durchweg auf medialem Wege
von der Wirkung der Musik, selten durch die eigene Lektüre
oder individuelle Kenntnisnahme der Studie. Diese größtenteils
indirekte Vermittlung war Ursache der Überlegung, die Forschungsbefunde
noch einmal zusammenzufassen und als Information einer großen
Öffentlichkeit direkt zugänglich zu machen.
Das
birgt das Risiko der Verknappung und Verkürzung und dieser
Tatsache müssen sich Autor und Mitarbeiter bewusst sein.
Umso
entschlossener und mutiger haben wir uns ans Werk gemacht, die
umfassende Langzeitstudie auf Taschenbuch-Format optisch und
inhaltlich quasi zu verkleinern zu verkleinern, ohne zu
verkürzen. Der Leser findet demnach nicht mehr all die Grafiken,
Tabellen, Statistiken, Wahrscheinlichkeitsgrößen und
Prüfkennwerte, die die Grundlage und Basis unserer Aussagen
in der ausführlichen Studie waren. Er findet sozusagen die
Reduktion auf das Wesentliche.
Der
Beweggrund dieses Taschenbuches liegt darin, die Menschen zu
mobilisieren, und zwar für die Musik. Auf dass Eltern, Erzieher,
Musiklehrer, die Jugendlichen selbst, Landtags- und Bundestagsabgeordnete,
Minister aller Ebenen und Richtungen, kommunale Vertreter und
alle Menschen guten musikalischen Willens entdecken, welches
Potential in der Musik steckt.
Hans
Günther Bastian
Leiter
der Studie Musikerziehung und ihre Wirkung |